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01.04.2011 Private Kfz-Nutzung

Sollte bei einem betrieblich genutzten PKW kein Fahrtenbuch geführt werden, kann die private Kfz-Nutzung durch eine pauschale Ermittlung im Wege der sogenannten 1% Regelung ermittelt werden. Hierbei wird 1 % des Bruttolistenpreises pro Monat als Einnahme versteuert. Die Anwendung der Listenpreismethode war früher immer möglich, wenn das Kfz zu mindestens 10 % betrieblich genutzt wurde. Ab dem Jahr 2006 ist ein betrieblicher Nutzungsanteil von mindestens 50 % notwendig, um die 1 % Regelung anwenden zu dürfen. Bei der Überprüfung der 50 %-Grenze für die Anwendung der 1 %-Regelung werden die Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb sowie Familienheimfahrten als betriebliche Fahrten behandelt.

Der Umfang der betrieblichen Nutzung ist vom Steuerpflichtigen darzulegen und glaubhaft zu machen. Dies kann in jeder geeigneten Form erfolgen. Auch die Eintragungen in Terminkalendern, die Abrechnung gefahrener Kilometer gegenüber den Auftraggebern, Reisekostenaufstellungen sowie andere Abrechnungsunterlagen können zur Glaubhaftmachung geeignet sein. Sind entsprechende Unterlagen nicht vorhanden, sollte die überwiegende betriebliche Nutzung spätestens jetzt durch formlose Aufzeichnungen über einen repräsentativen zusammenhängenden Zeitraum (i.d.R. drei Monate) glaubhaft gemacht werden. Dabei reichen Angaben über die betrieblich veranlassten Fahrten (jeweiliger Anlass und die jeweils zurückgelegte Strecke) und die Kilometerstände zu Beginn und Ende des Aufzeichnungszeitraumes aus.

Auf einen Nachweis der betrieblichen Nutzung kann verzichtet werden, wenn sich bereits aus Art und Umfang der Tätigkeit des Steuerpflichtigen ergibt, dass das Kfz zu mehr als 50 % betrieblich genutzt wird. Dies kann in der Regel bei Steuerpflichtigen angenommen werden, die ihr Kfz für eine durch ihren Betrieb oder Beruf bedingte typische Reisetätigkeit benutzen oder die zur Ausübung ihrer räumlich ausgedehnten Tätigkeit auf die ständige Benutzung des Kfz angewiesen sind (z.B. bei Taxiunternehmern, Handelsvertretern, Handwerkern der Bau- und Baunebengewerbe, Landtierärzten).

Hat der Stpfl. den betrieblichen Nutzungsumfang des Kfz einmal dargelegt, so ist - wenn sich keine wesentlichen Veränderungen in Art oder Umfang der Tätigkeit oder bei den Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte ergeben - auch für die folgenden Veranlagungszeiträume von diesem Nutzungsumfang auszugehen. Ein Wechsel der Fahrzeugklasse kann im Einzelfall Anlass für eine erneute Prüfung des Nutzungsumfangs sein.