zurück

03.08.2010 Warten auf Steuererstattung

Hunderttausende Privatanleger warten angeblich auf die Erstattung von zu viel gezahlten Kapitalsteuern aus 2009. Die Financial Times Deutschland (Montagausgabe) berichtete vorab, mehrere Landesfinanzministerien hätten bestätigt, dass der Grund Softwareprobleme des Fiskus seien.

Die Panne treffe Anleger, die in ihrer Steuererklärung die sogenannte Anlage KAP für Einkünfte aus Kapitalvermögen ausgefüllt haben. In vielen Fällen seien die Amtscomputer unfähig, diese Erklärungen zu bearbeiten. Die Probleme gehen dem Blatt zufolge auf die Anfang vergangenen Jahres eingeführte Abgeltungsteuer zurück. Eigentlich habe der Systemwechsel helfen sollen, die Versteuerung von Aktiengewinnen und Zinseinkünften zu vereinfachen, schrieb die Zeitung. Stattdessen verzögere sich bei vielen Kleinanlegern die Steuerrückzahlung nun schon seit Monaten. Im Frühjahr seien zunächst Großbanken wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank mit der Umstellung ihrer IT-Systeme überfordert gewesen. Kunden hätten ihre Steuerbescheinigung verspätet erhalten - und ihrerseits ihre Steuererklärung nicht rechtzeitig beim Fiskus abgeben können. Nun seien die Finanzämter selbst mit der Systemänderung überfordert.

Der Deutsche Steuerberaterverband geht von Hunderttausenden Betroffenen aus. „Wir hören von unseren Mitgliedern immer häufiger, dass sich in den Ämtern nichts tut, sobald die Anlage KAP ausgefüllt wurde“, sagte ein Sprecher dem Blatt. Der Verband schätze, dass das mindestens bei einer Million Steuerzahlern der Fall war.