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12.10.2007 Unternehmenssteuerreform 2008

Der Bundesrat hat am 06.07.2007 dem Gesetzentwurf zur Unternehmensteuerreform 2008 zugestimmt, so dass diese in ihren wesentlichen Teilen zum 01.01.2008 in Kraft treten kann. Die Kernstücke der Reform sind:

  • Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 25 % auf 15 %
  • Ausschüttungen von im Privatvermögen gehaltenen Beteiligungen an Kapitalgesellschaften werden ab 01.01.2009 mit der neuen Abgeltungsteuer in Höhe von 25 % belastet.
  • Bei im Betriebsvermögen von Einzel- und Personenunternehmen gehalten Beteiligungen fällt das Halbeinkünfteverfahren weg und wird durch das Teileinkünfteverfahren (nur noch 40 % steuerfrei) ersetzt.
  • Wird die Beteiligung von einer Kapitalgesellschaft gehalten, bleibt es bei der derzeit geltenden Regelung (95 % steuerfrei)
  • Ab 01.01.2009: Pauschale Abgeltungssteuer für alle privaten Kapitaleinkünfte von 25 %. Die Kapitaleinkünfte werden nach der Abgeltungsteuer grundsätzlich nicht mehr bei der Einkommensteuererklärung berücksichtigt, sofern der persönl. Steuersatz über 25 % liegt.
  • Private Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren (Beteiligung unter 1 %) werden bei Wertpapieren, die nach dem 31.12.2008 erworben werden unabhängig der Haltedauer als Einkünfte aus Kapitalvermögen (Abgeltungssteuer 25%) besteuert.

Steuertipp: Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften bis zum 31.12.2008, die bisher nur mit entsprechenden Gewinnen verrechnet werden konnten, dürfen bis zum Jahr 2013 mit Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnet werden.

 

  • Bilanzierende Einzel- und Personenunternehmen können auf thesaurierte Gewinne einen ermäßigten Einkommensteuersatz von 28,25 % in Anspruch nehmen. Wenn später die thesaurierten Gewinne ausgeschüttet werden, unterliegen auch diese der Abgeltungssteuer von 25%. Dies führt allerding bei der Ausschüttung von thesaurierten Gewinnen zu einer Gesamtsteuerbelastung von 48,6 %.
  • Die Ansparrücklage gem. § 7g EStG wird ab 2007 grundlegend geändert womit der Gesetzgeber eine Verschiebung von Einkünften in nachfolgende Veranlagungszeiträume verhindert.
  • Die degressive AfA für ab dem 01.01.2008 angeschaffte Wirtschaftsgüter entfällt.
  • Die Sofortabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) bis 410 EUR können ab 2008 nur noch bei Überschußeinkünften in Anspruch genommen werden (Nichtselbständige Arbeit, Vermietung). Gewerbetreibende und Freiberufler können die Kosten für GWG nur noch bei Anschaffungen bis 150,00 EUR sofort geltend machen. Bei Wirtschaftsgütern von 150 bis 1.000 EUR ist jährlich ein Sammelposten zu bilden, der über 5 Jahre linear abgeschrieben werden muss.
  • Die Gewerbesteuer ist künftig nicht mehr als Betriebsausgabe abzugsfähig. Gleichzeitgig wird die Steuermesszahl von derzeit 5% auf 3,5 % herabgesetzt. Für Personen- und Einzelunternehmen entfällt der derzeit für kleine Unternehmen günstige Staffeltarif. Die Mehrbelastung für Einzel- und Personenunternehmen soll durch einen erhöhten Anrechnungsfaktor (von 1,8 auf das 3,8-fache des Messbetrages) bei der Einkommensteuer vermieden werden. Somit würde bei einem Gewerbesteuerhebesatz von 380 % (Stadt Frankfurt/Main derzeit 460 %) die Gewerbesteuer zu 100 % auf die Einkommensteuer anrechenbar sein.

 

Welche Belastungen oder aber auch Möglichkeiten auf Ihr Unternehmen zukommen, können Sie gerne in einem Gespräch mit uns erfragen.