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15.10.2010 Aufteilung von Reisekosten

Aufwendungen für eine sowohl beruflich als auch privat motivierte Studienreise sind nur dann - teilweise - steuerlich abzugsfähig, wenn die beruflichen und privaten Reiseanteile objektiv voneinander getrennt werden können (FG Münster, Urteil v. 27.8.2010 - 4 K 3175/08 E).

Sachverhalt:
Die Klägerin ist Englischlehrerin und nahm in den Osterferien mit Kollegen an einer sechstägigen, organisierten Studienreise in die Neuenglandstaaten der USA teil. Anlaufpunkte der Reise waren ausschließlich bekannte Orte und Sehenswürdigkeiten von touristischem Interesse. Das Finanzamt erkannte die als Werbungskosten geltend gemachten Reisekosten nicht an. Das FG folgte der Ansicht der Finanzbehörde und wies die Klage ab.

Dazu führt das FG Münster weiter aus: Selbst wenn die Reise - wie die Klägerin vortrug - auf die Lehrpläne des Englischunterrichts abgestimmt gewesen sein sollte, belegt der Inhalt des Reiseprogramms, dass die Klägerin die Studienreise auch aus nicht untergeordneten privaten Motiven angetreten hat. Die nach der Rechtsprechung des BFH ( v. 21.09.2009 - GrS 1/06  und v. 21.04.2010 - VI R 5/07) inzwischen gebotene steuerliche Berücksichtigung der auf den beruflichen Teil entfallenden Aufwendungen setzt voraus, dass die beruflichen und privaten Veranlassungsteile der Reise nach objektiven Maßstäben voneinander getrennt werden können. Hieran fehlt es im Streitfall, da keiner der Programmpunkte der Reise ein ausschließlich berufliches Spezifikum enthalten hat. Eine Schätzung der beruflich motivierten Veranlassungsteile ist nicht möglich.