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15.11.2007 Neue Erbschaftsteuerreform

Die große Koalition hat sich in den vergangenen Monaten auf die Grundsätze des neuen Erbschaftsteuergesetzes geeinigt. Hiernach werden alle Vermögensarten künftig mit einem realitätsnahen Verkehrswert bewertet. Dementsprechend werden die persönlichen Freibeträge deutlich angehoben:

 

  • Ehegatten 500.000 EUR  (bisher 307.000 EUR)
  • Kinder        400.000 EUR  (bisher 205.000 EUR)
  • Enkel          200.000 EUR  (bisher  51.000 EUR)

 

Der Freibetrag für Betriebsvermögen wurde ersatzlos gestrichen. Zukünftig soll die Erbschaftsteuer auf das Betriebsvermögen zu 85 % entfallen, wenn der Betrieb in den nächsten 10 Jahren nach Übertragung zu folgenden Bedingungen weitergeführt wird: Die Lohnsumme darf 70 Prozent ihrer Höhe vor der Betriebsübergabe nicht unterschreiten. Zweitens muss das Betriebsvermögen 15 Jahre lang erhalten bleiben. Damit sollen der Erhalt der Arbeitsplätze sichergestellt und eine Verlagerung von privatem Vermögen in das steuerbegünstigte Betriebseigentum unattraktiver werden. Die Steuerschuld soll jährlich um ein Zehntel gestundet werden. Wird der Betrieb nach 5 Jahren verkauft, muss also nur noch die restliche Steuerschuld beglichen werden.

 

Für Kleinbetriebe soll es eine Freigrenze von 150.000 EUR geben.

 

Bei der Bewertung von vermieteten Wohnimmobilien solle es zudem einen Abschlag von der Bewertungsgrundlage von zehn Prozent geben, damit weiter privates Kapital in den Wohnungsbau fließe.

 

Das Gesetz soll im Laufe des 1. Halbjahres 2008 in Kraft treten. Ein Gesetzentwurf liegt bislang noch nicht vor. Für Erbfäll zwischen dem 01.01.2007 und dem Inkrafttreten soll es außerdem ein Wahlrecht zwischen der Alt- und Neuregelung geben.